Kuba ist eine Reise wert

Kuba ist die größte der karibischen Inseln. Nach der Revolution von 1959 wurde das Land unter Führung Fidel Castros ein sozialistischer Staat. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion durchlebt Kuba eine tiefe wirtschaftliche und soziale Krise. Seit 2006 leitet Raúl Castro einen schrittweisen wirtschaftlichen Reformprozess ein.
US-Präsident Barack Obama hat in den letzten Tagen Kuba besucht. Was Präsident Obama kann, kann SP-Vorstandsmitglied Franz Suter schon lange – er hat bereits im Januar 2016 der Insel einen Besuch abgestattet und berichtet im nachfolgenden Interview über seine Eindrücke, die sich auch deutlich in den Fotos widerspiegeln, die Franz auf seiner Reise gemacht hat. 
                 
2016 01 06 Hav Capitol Theater DSC00233 1
2016 01 06 Hav Velotransport  
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
Wieso hast du dich für Kuba als Reisedestination entschieden?
Kuba ist seit über 20 Jahren meine Wunschdestination. Das Land, aber auch Fidel Castro und sein Gesellschaftsbild, haben mich immer fasziniert und beeindruckt. Ursprünglich war mein Plan, vor der Kubareise Spanisch zu lernen, darum hat es so lange gedauert, und nun bin ich Anfang Januar 2016 nach Kuba gereist, jedoch immer noch ohne Spanischkenntnisse, leider, muss ich nachträglich sagen. 
 
Wie hast du dich denn mit den Leuten verständigt so ohne Spanischkenntnisse?
Unser Reiseführer hat – wie andere Leute aus Kuba auch – in der ehemaligen DDR eine Weile lang studiert und hat dadurch Deutsch gesprochen. Mit Englisch kann man sich auch durchschlagen, aber etwas Spanisch wäre halt schon von Vorteil. Schon nur ein paar Brocken können als Eisbrecher fungieren, und man käme vielleicht eher an die Leute heran.
 
Mit welchen Erwartungen bist du gereist?
Ich habe keine speziellen Erwartungen gehabt. Ich habe gewusst, dass Kuba ein armes Land ist, und das hat sich dann auch bestätigt. Oder doch, bei der Einreise resp. nach dem Landen in Havanna um 3 Uhr morgens bin ich ganz erstaunt gewesen, dass der Flughafen beleuchtet gewesen ist. Ich hatte Dunkelheit erwartet…
 
2016 01 15 Cayo Santa Maria Hotel Strand DSC00703
2016 01 05 Hav Stadtpark
 
Was hat dich positiv überrascht?
Die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Leute, die trotz ihrer Armut fröhlich sind und mit dem Wenigen, was sie haben, zufrieden zu sein scheinen. Die Leute sind eher zurückhaltend, überhaupt nicht aufdringlich, das habe ich sehr geschätzt. Und sehr friedlich, ich habe mich nie bedroht gefühlt. Die Landschaft hat mich auch sehr beeindruckt, sie ist wunderschön, sehr viel Brachland auch, und das Meer ist kristallklar. Man hat jedoch kaum Kubanerinnen und Kubaner am Strand getroffen, geschweige denn im Wasser. Die meisten Einheimischen können nämlich nicht schwimmen, anscheinend hat es bis vor kurzem im ganzen Land keine Möglichkeit gegeben, Schwimmunterricht zu nehmen.
 
Was hat dich negativ überrascht?
Die Armut, die so gross ist, dass wir uns das gar nicht vorstellen können. In den Läden gibt es fast nichts zu kaufen, vielleicht ist da mal ein Sack Reis, oder es gibt Öl oder Eier, und die Leute stehen an mit Lebensmittelkarten, für alles. Es gibt einen Schwarzmarkt, aber ohne Moos nix los. Von der Auswahl, die wir hier in der Schweiz haben, können die Leute in Kuba nur träumen. Und dann ist da die eingeschränkte Pressefreiheit. Es gibt keine ausländischen Zeitungen, keine Zeitschriften zu kaufen, kein inländisches kritisches Blatt, keine kritische Stimme. Und die Häuser und Strassen sind in einem maroden Zustand, total sanierungsbedürftig. Nachts mit dem Auto auf den unbeleuchteten Strassen zu fahren, gleicht aufgrund der fast metertiefen Schlaglöchern einer lebensgefährlichen Mutprobe.
 
2016 01 06 Hav Lebensmittel Rat 1
2016 01 21 Hav Aussicht Stadt DSC00781
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Welche Tipps hast du für zukünftige Kuba-Reisende?
Viele Sachen mitnehmen zum Verschenken: Dinge für den alltäglichen Gebrach wie Seife, Shampoos und Duschmittel, Zahnbürsten, oder auch T-Shirts, Socken, Unterwäsche, Kugelschreiber, Bleistifte, Sackmesser, Uhren etc. Ich habe leider viel zu wenig mitgenommen und habe dann nach meiner Rückkehr unserem Reiseführer nachträglich ein Geschenkpaket geschickt, welches jedoch den Wert von 200 Franken nicht überschreiten darf. Und es ist angekommen, er hat sich nämlich schon bei mir bedankt.
 
Dein nächstes Reiseziel?
Zermatt und Neuseeland. Und in fünf bis zehn Jahren wieder Kuba, um zu schauen, welche Veränderungen im Land passiert sind.
 
 
Zusätzliche Informationen zu Kuba - und zu Barack Obamas Reise - sind in den nachfolgenden Quellen zu finden.
 

https://www.liportal.de/kuba/ueberblick/ 

http://www.nzz.ch/international/amerika/obamas-kuba-besuch-eine-bewegte-beziehungsgeschichte-ld.8923

 

 

 

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